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Und täglich grüßt das Murmeltier ...


Das tägliche Elend der Bahnfahrer in Deutschland.


"Ein Halt wird als pünktlich gewertet, wenn die planmäßige Ankunftszeit um weniger als 6 bzw. 16 Minuten überschritten wurde." So definiert die Deutsche Bahn Pünktlichkeit.

Laura B. (20) aus Weilerswist kann darüber nur lachen. "Wenn meine Bahn auch nur 15 Minuten zu spät kommt verpasse ich meinen Anschlusszug und komme zu spät zur Arbeit. Und meine Chefin definiert Pünktlichkeit anders" Laura pendelt aufgrund ihrer Ausbildung jeden Tag von Weilerswist nach Rheinbach. Wenn die Anzeigetafel 5 Minuten Verspätung anzeigt beginnt das große Zittern. "Meistens bleibt es dabei nicht." 15 Minuten Verspätung. 30 Minuten Verspätung. Zug entfällt.

Über 800.000 Fahrten macht die Deutsche Bahn im Monat. Bei einer Gesamtpünktlichkeit von 94,1% (Jahr 2013). Wie kann es trotzdem sein, dass das Image der Deutschen Bahn so schlecht wie nie ist?

Ganz egal wen man anspricht, bei der Frage "Wie ist Ihre Meinung zur Deutschen Bahn?" erhält man von den meisten Menschen an deutschen Bahnsteigen nur ein verächtliches Schnauben. "Nicht so gut." ist die Antwort eines 63-jährigen Mannes. "Ich fahre nur etwa zweimal im Jahr mit der Bahn und habe immer Probleme." Überfüllte Züge, Verspätungen, Ausfälle sowie nicht wahrgenommene Sitzplatzreservierungen aufgrund fehlender Abteile gehören für ihn zum Bahnalltag. Die Frage, ob er denn versuche eine Entschädigung von Seiten der Bahn zu erhalten verneint der Rentner. "Die 4,50€ Reservierungsgebühr brauche ich auch nicht mehr zurück. Erstens ist es zu viel Aufwand diese zu beantragen und zweitens hatte es ja seine Gründe, dass ich einen festen Sitzplatz wollte und diesen kriege ich durch eine Beschwerde auch nicht zurück."

Die Stimmung gegenüber der Bahn ist gereizt. Diese will von den Anschuldigungen jedoch nichts wissen. Auf Anfragen erhält man die Antwort, die Anschuldigungen bezüglich der Unzufriedenheit der Pendler seien aus der Luft gegriffen. Man stellt in Frage, ob denn die täglich 7,7 Millionen Kunden in Deutschland tatsächlich so unzufrieden sind.

Bei Recherchen kommt heraus: 9 von 10 Personen, befragt am Kölner Hauptbahnhof, sind nur mäßig zufrieden mit der Bahn. Nicht nur Verspätungen und Ausfälle ärgern Bahnfahrer. Auch der Informationsfluss lässt in den Augen der Pendler zu wünschen übrig. Vor allem am Bahnsteig erhält man nur spät Informationen über Verspätungen oder Gleisänderungen. Bahnmitarbeiter, die man persönlich ansprechen könnte? Eine Rarität.

Aufgrund der Monopolstellung der Deutschen Bahn wird es in naher Zukunft jedoch keine Alternative für Laura und die Millionen Pendler geben. Und so werden sie weiter Tag für Tag zittern müssen, ob ihre Bahn denn heute pünktlich kommt.

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